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Fallback-Konfiguration der UTM


Letzte Anpassung zur Version: 12.2

Neu:


Vorherige Versionen: 11.6


Funktionsweise

Ablauf eines Fallbacks

Über einen regelmäßigen Ping-Check wird die Verfügbarkeit einer Verbindung getestet. Dabei kann das Ziel, das angepingt werden soll (Ping-Check Host), der zeitliche Abstand (Intervall) und die Anzahl der Versuche (Threshold) individuell vorgegeben werden.

Wird der Ping-check Host über die eingestellte Zeit nicht erreicht, wird davon ausgegangen, daß die Leitung gestört ist. Das Fallback wird eingeleitet:

  • Die Default-Route wird auf die Fallback-Schnittstelle geändert
  • Die Zonen der Schnittstelle der Hauptleitung werden auf die Fallback-Schnittstelle umgezogen
  • Sollte ein DYNDNS konfiguriert sein, wird dieses nun auf der Fallback-Schnittstelle ausgeführt
  • Auf der Schnittstelle der Hauptleitung wird weiterhin ein Ping-check ausgeführt


Ablauf Failback

Ist der Ping-check auf der Schnittstelle der Hauptleitung wieder erfolgreich, wird ein Failback durchgeführt. Das Fallback wird "rückabgewickelt":

  • Die Default-Route wird auf die Schnittstelle der Hauptleitung geändert
  • Die Zonen der Fallback-Schnittstelle werden wieder auf die Schnittstelle der Hauptleitung umgezogen
  • Sollte ein DYNDNS konfiguriert sein, wird dieses nun wieder auf der Schnittstelle der Hauptleitung ausgeführt


Eingehende Verbindungen

Stehen aus dem Internet heraus bestimmte Dienste zur Verfügung, sind diese eventuell nach einem Switch auf das Fallback nicht verfügbar.
Das lässt sich in gewissem Umfang durch die Verwendung von DynDNS umgehen, jedoch gibt es - je nach Art der Fallback-Leitung - Grenzen:

  • Die IP der Fallback-Leitung darf keine private IP sein (geschieht in der Regel bei LTE-Verbindungen)
    Die Verbindung zur Unified Security Console (USC) ist auch mit einer privaten IP möglich
  • Eingehende Verbindungen müssen einen DynDNS-Namen verwenden
  • Besonders betroffene Anwendungen:
    • Mailrelay
    • IPSec- und SSL-VPN Verbindungen
    • Freigabe für Administrativen Zugriff
    • Portweiterleitungen (Netzwerkobjekte werde nicht mit umgezogen)
    • Reverse Proxy


Ausgehende Verbindungen

  • Ausgehende Verbindungen, von Anwendungen auf der UTM oder im lokalen Netz, die an eine IP gebunden sind, sollten auf eine private IP konfiguriert sein, die auch beim Fallback noch zur Verfügung steht.
  • Besonders betroffene Anwendungen:
    • HTTP-Proxy
    • Mailrelay



Vorbereitungen

Anbindung der UTM im lokalen Netz

  • Das Gateway für die Default-Internetanbindung muss eine eigene Schnittstelle verwenden.
    Bei einem Fallback werden alle Zonen der Schnittstelle, über die der Ping-check Host geprüft wird, umgezogen.
    Ist ein Netz an der gleichen Schnittstelle vorhanden über die diese Prüfung erfolgt, ist auch dieses gesamte Netz bei einem Fallback nicht mehr erreichbar.
    Fehlerhafter Netzwerkaufbau
    • Die UTM ist in einem lokalen Netz hinter einem Router, der den Dafault-Internetzugang bereitstellt.
    • Die UTM dient z.B. als Cloud-Connector nur für bestimmte Anwendungen.
    • Die LTE-Schnittstelle der UTM soll als Fallback dienen.
    • Die UTM prüft nun über den Default-Internetzugang den Ping-check Host und stellt fest, daß dieser nicht erreichbar ist.
    • Daraufhin werden alle Zonen der UTM, die auf der Schnittstelle zum Router des Default-Internetzugangs liegen auf die LTE-Schnittstelle umgezogen.
    • Damit ist die UTM dann aber nicht mehr erreichbar, weil das ja auch der Zugang zum lokalen Netz war.
    Abhilfe schafft hier eine separate Verbindung zwischen UTM und dem Router für den Default-Internetzugang.

  • Unterschiedliche Anbindungen an das Internet

    PPPoE (wan)-Schnittstellen

    Direkter Anschluss von zwei Verbindungen über PPPoE
    • Der Zugang erfolgt über PPPoE (wan)-Schnittstellen
    Fallback beim gleichen Provider
    Fallback beim gleichen Provider
  • Wird die Fallback-Leitung durch den gleichen Provider mit der gleichen Zugangstechnik gestellt, kann dies dazu führen, daß beide Leitungen eine IP aus dem gleichen Netz erhalten.
    In diesem Falle würden sich Netz-IPs und Router-IPs überschneiden können.
    Abhilfe verschafft hier die Verwendung eines Routers zwischen Netzzugang und UTM, der ein Transfer-Netz aufbaut und die Verbindung dabei nattet.

  • Ethernet (LAN)-Schnittstellen

    Anschluss über Router bzw. Router/Modem-Kombination
    • Die Default-Leitung und / oder die Fallback-Leitung wird über einen weiteren Router (z.B. eine Fritzbox oder einen Speedport) angesprochen.
  • Die UTM sollte über eine feste IP verfügen und diese nicht per DHCP erhalten.
  • Auf diesen Schnittstellen muss ein RouteHint eingetragen werden (der Nexthop, in diesem Falle also das jeweilige Gateway). Diese Konfiguration wäre nicht notwendig, wenn die UTM ihre IP-Adresse und damit auch Informationen über das Defaultgateway per DHCP erhalten würde. Das bringt allerdings zahlreiche Probleme mit Diensten und Netzwerkobjekten mit sich. Daher wird davon dringend abgeraten!


    Ethernet Schnittstellen bearbeiten
    → Netzwerk →NetzwerkkonfigurationReiter Netzwerkschnittstellen Schaltfläche des jeweiligen Interfaces, Reiter Einstellungen
    Beschriftung: Wert: Beschreibung: UTM v12.2 Netzwerkschnittstellen Einstellungen RouteHint.png
    Schnittstelle der Fallback-Leitung
    Route Hint IPv4:    /--- IP-Adresse des Routers, der der Schnittstelle den Internetzugang ermöglicht.



    Konfiguration des Fallbacks

    Reiter Netzwerkschnittstellen

    Konfiguration Netzwerkschnittstellen

    Netzwerkschnittstellen

    Konfiguration unter → Netzwerk →NetzwerkkonfigurationReiter Netzwerkschnittstellen

    • Das Netzwerk sollte so konfiguriert sein, dass die externen Zonen (external, firewall-external und die VPN-Zonen) auf dem primären Interface liegen.
    • Auf dem Fallback-Interface (im Beispiel World.svg  wan3) dürfen keine Zonen vorhanden sein.
  • Die Adresse des Netzwerkobjektes, mit dem die Verbindung Richtung Internet genattet wird, muss auf 0.0.0.0/0 eingestellt sein.

    Ggf. unter → Firewall →PortfilterReiter Netzwerkobjekte Schaltfläche die Schnittstellenbezeichnung von z.B. LAN1 oder eth0 auf 0.0.0.0/0 ändern.

    UTM v12.2 Firewall Netzwerkobjekte Fallback.png

  • Routing

    Routing

    Defaultroute über ppp0

    Auf der Firewall wird genau eine Default-Route über die "Standardleitung" benötigt.
    Im Beispiel wan0

  • Als Gateway für die Default-Route muss beim Fallback immer eine Schnittstelle angegeben werden, keine Gateway-IP. UTM v12.2 Netzwerkkonfiguration Routing Gateway.png

  • Fallback

    Fallback

    Konfiguration unter → Netzwerk →NetzwerkkonfigurationReiter Netzwerschnittstelle Schaltfläche der betreffenden Schnittstelle, Reiter Fallback
    Schnittstelle der Default-Leitung konfigurieren

    Beschriftung: Wert: Beschreibung: UTM v12.2 Netzwerkschnittstellen Fallback wan.png
    Fallback-Einstellungen
    Fallback-Schnittstelle: wan3

    LAN2
    Schnittstelle, auf die im Falle eines Ausfalls gewechselt werden soll.
  • Wird eine Ethernet LAN-Schnittstelle (Verbindung zu einem weiteren Router) als Fallbackschnittstelle verwendet muss dort ein RouteHint eingetragen werden (s.o.)
  • Ping Check Host:     Ein Host eigener Wahl, der angepingt werden soll und so die Verfügbarkeit des Netzes prüft.
  • Es muss gewährleistet sein, das der Ping-check Host kontinuierlich antwortet. Einige Server antworten ab einer bestimmten Menge von Anfragen nicht mehr auf ICMP-Pakete, was zu False-Positives führt (z.B. der Google-Server 8.8.8.8).
  • Ping-Check Intervall: 5Link= Sekunden Die "Pause" zwischen den Pings.
    Ping-Check Threshold: 4Link= Versuche Anzahl der erlaubten aufeinander folgenden Pings ohne Antwort, bevor das Fallback ausgelöst wird.



    Hinweise zur Anwendung

    Eine Einschränkung bezüglich Hostnamen in der Liste der Administration in Verbindung mit Fallback existert nicht mehr.