Zu gunsten der Performance und auch als Ausfallsicherheit setzen viele Firmen mittlerweile auf ein Multipathrouting, also mehrere Internetleitungen an einer UTM. Im folgenden lernen Sie, was Sie bei einem solchen Aufbau in Verbindung mit einem oder mehrerer IPSec-Tunnel beachten müssen.
Basis Konfiguration einer IPSec Site-to-Site Verbindung
Nach dem Login auf das Administrations-Interface der Firewall (im Auslieferungszustand: https://192.168.175.1:11115) kann im Menü VPN IPSec Schaltfläche + IPSec Verbindung hinzufügen eine IPSec Verbindung hinzugefügt werden.
Einrichtungsassistent
Schritt 1 - Verbindungstyp
Beschriftung
Wert
Beschreibung
IPSec Verbindung hinzufügen UTMbenutzer@firewall.name.fqdn VPN IPSec
Einrichtungsschritt 1
Auswahl des Verbindungs-Typs:
Es stehen folgende Verbindungen zur Verfügung.
Roadwarrior
Site to Site
Für die Konfiguration einer
Site to Site
Verbindung wird eben diese ausgewählt.
Schritt 2 - Allgemein
Name:
IPSec S2S Zweigstelle
Name für die Verbindung
Einrichtungsschritt 2
IKE Version:
IKE v1IKE v2 Default: IKEv2
Auswahl der IKE Version. Bei Verwendung von IKE v2 ist es möglich, mehrere Subnetze unter einer SA zusammenzufassen (default für neu angelegte Verbindungen).
Ohne diese Option wird für jede Subnetzkombination eine eigene SA ausgehandelt. Dies hat besonders bei vielen SAs deutliche Nachteile und führt durch das Design des IPSec-Protokolls zu Limitierungen und zu Einbußen in der Stabilität der Verbindungen. Aktiviert wird diese Option bei der Bearbeitung der Konfiguration der Phase 2 mit dem Eintrag Subnetzkombinationen gruppieren.
Schritt 3 - Lokal
Local Gateway ID:
Beliebiges Interface
Beliebige Zeichenfolge. Die Gateway ID fließt in die Authentifizierung mit ein. Dies kann eine IP-Adresse, ein Hostname oder eine Schnittstelle sein. Auf der Gegenstelle muss dieser Wert exakt genau so konfiguriert werden.
Sollte als Gateway-ID eine E-Mail-Adresse verwendet werden, ist es erforderlich vor die ID ein doppeltes @@ einzufügen (Aus mail@… wird @@mail@…). Andernfalls wird die ID als FQDN behandelt
Wird bei Authentifizierungsmethode Zertifikat nach Zertifikatsauswahl automatisch ausgefüllt.
Einrichtungsschritt 3
Authentifizierungsmethode:
Pre-Shared Key
Ein Pre-Shared Key wird verwendet
Zertifikat
Ein Zertifikat wird verwendet
Pre-Shared Key Bei Authentifizierungsmethode Pre-Shared Key.
Ein beliebiger PSK
Erstellt einen sehr starken Schlüssel
Kopiert den PSK in die Zwischenablage
X.509 Zertifikat: Bei Authentifizierungsmethode Zertifikat.
Das lokale Netzwerk der Gegenstelle, auf das zugegriffen werden soll
Schritt 4 - Gegenstelle
Remote Gateway:
192.0.2.192
Öffentliche IP-Adresse (oder Hostname, der per DNS aufgelöst werden kann) der Gegenstelle
Einrichtungsschritt 4
Remote Gateway ID:
192.0.2.192
ID, die auf der Gegenstelle als lokale ID konfiguriert wurde (beliebige Zeichenfolge)
Netzwerke freigeben:
»192.168.192.0/24
Das lokale Netzwerk der Gegenstelle, auf das zugegriffen werden soll
Beenden des Einrichtungsassistenten mit Fertig
Bei S2S-Verbindungen sollte geprüft werden, ob sich mehrere Subnetze per MULTI_TRAFFIC_SELECTOR zusammen fassen lassen. Damit wird die Anzahl der SAs signifikant reduziert und die Stabilität der Verbindung erhöht. Dazu wird in Phase 2 die Option Subnetzkombinationen gruppieren aktiviert.
Anwendungsfall 1: Weitere PPPoE-Leitung
Anwendungsfall 1
Der erste mögliche Fall, eine weitere Leitung anzubinden, besteht darin, neben der bereits vorhandenen Internetverbindung (wan0) eine weitere ADSL-Verbindung anzuschließen. Wie Sie die zweite PPPoE-Leitung konfigurieren entnehmen Sie bitte dieser Anleitung.
Konfiguration mit ADSL
Im Falle von ADSL als zweite Leitung sollte die Netzwerkkonfiguration, unter Netzwerk Netzwerkkonfiguration Bereich Netzwerkschnittstellen, wie folgt aussehen:
Auswahl der IKE Version. Bei Verwendung von IKE v2 ist es möglich, mehrere Subnetze unter einer SA zusammenzufassen (default für neu angelegte Verbindungen).
Local Gateway:
wan0
Local Gateway ID:
wan0
Beliebige Zeichenfolge. Die Gateway ID fließt in die Authentifizierung mit ein. Dies kann eine IP-Adresse, ein Hostname oder eine Schnittstelle sein. Auf der Gegenstelle muss dieser Wert exakt genau so konfiguriert werden.
Sollte als Gateway-ID eine E-Mail-Adresse verwendet werden, ist es erforderlich vor die ID ein doppeltes @@ einzufügen (Aus mail@… wird @@mail@…). Andernfalls wird die ID als FQDN behandelt
Wird bei Authentifizierungsmethode Zertifikat nach Zertifikatsauswahl automatisch ausgefüllt.
Remote Host / Gateway:
ipsec.ttt-point.de
Remote Host / Gateway ID:
ipsec.ttt-point.de
Lokale Authentifizierungsmethode:
Pre-Shared Key
Startverhalten:
Outgoing
Anwendungsfall 2: Weitere SDSL-Leitung
Anwendungsfall 2
Der zweite mögliche Fall, eine weitere Leitung anzubinden, besteht darin, neben der bereits vorhandenen wan0 eine SDSL-Leitung anzuschließen. In diesem Fall haben Sie eine öffentliche IP auf dem Interface und ein vorgegebenes Gateway für diese Leitung.
Konfiguration mit SDSL
Im Falle von SDSL als zweite Leitung sieht die Netzwerkkonfiguration, unter Netzwerk Netzwerkkonfiguration Bereich Netzwerkschnittstellen, wie folgt aus:
Auswahl der IKE Version. Bei Verwendung von IKE v2 ist es möglich, mehrere Subnetze unter einer SA zusammenzufassen (default für neu angelegte Verbindungen).
Local Gateway:
LAN3
Local Gateway ID:
203.0.113.0
Beliebige Zeichenfolge. Die Gateway ID fließt in die Authentifizierung mit ein. Dies kann eine IP-Adresse, ein Hostname oder eine Schnittstelle sein. Auf der Gegenstelle muss dieser Wert exakt genau so konfiguriert werden.
Sollte als Gateway-ID eine E-Mail-Adresse verwendet werden, ist es erforderlich vor die ID ein doppeltes @@ einzufügen (Aus mail@… wird @@mail@…). Andernfalls wird die ID als FQDN behandelt
Wird bei Authentifizierungsmethode Zertifikat nach Zertifikatsauswahl automatisch ausgefüllt.
Remote Host / Gateway:
ipsec.ttt-point.de
Remote Host / Gateway ID:
ipsec.ttt-point.de
Lokale Authentifizierungsmethode:
Pre-Shared Key
Startverhalten:
Outgoing
Regelwerk
Um den Zugriff, auf das interne Netz zu gewähren muss die Verbindung erlaubt werden.
Es ist möglich, aber nicht empfehlenswert dies mit impliziten Regeln unter Firewall Implizite Regeln Abschnitt VPN zu konfigurieren.
Diese Impliziten Regeln geben die Ports, die für IPSec Verbindungen genutzt werden, jedoch auf allen Schnittstellen frei.
Grundsätzlich gilt: Es wird nur das freigegeben, was benötigt wird und nur für denjenigen, der es benötigt!
Netzwerkobjekt anlegen
Es muss ein Netzwerkobjekt für das entfernte Netz erstellt werden. Firewall Netzwerkobjekte Schaltfläche Objekt hinzufügen
Existieren mehrere Subnetze auf der Gegenstelle, muss für jedes Subnetz ein Netzwerkobjekt angelegt werden. Wenn die entsprechenden Berechtigungen vergeben werden sollen, lassen sich diese zu Netzwerkgruppen zusammenfassen.
Die IP-Adresse des lokalen Netzwerks der gegenüberliegenden Seite, wie im Installationsassistenten in Schritt 4 - Gegenstelle in der Zeile Netzwerke freigeben eingetragen wurde. In diesem Beispiel also das Netzwerk 192.168.192.0/24.
Zone:
vpn-ipsec
zu wählende Zone
Gruppe:
Optional: Eine oder mehrere Gruppen, zu denen das Netzwerkobjekt gehört.
Paketfilter Regeln
Erste Regel
Quelle:
internal-network
Host oder Netzwerk (-Pool), der Zugriff auf das interne Netz bekommen soll
Host, Netzwerk oder Netzwerkgruppe, auf die der Zugriff gewährt werden soll. Hier z.B. eine Gruppe von rdp-Servern.
Dienst:
benötigter Dienst
Dienst oder Dienstgruppe, die benötigt wird
NAT:
Hidenat Exclude
Netzwerkobjekte:
external-interface
Zweite Regel
Quelle:
IPSec-Netzwerk
Host oder Netzwerk (-Pool), der Zugriff auf das interne Netz bekommen soll
Ziel:
internal-network
Ziel
Dienst:
benötigter Dienst
Dienst oder Dienstgruppe, die benötigt wird
NAT:
Kein NAT
Konfiguration des zweiten Gateways
notempty
Es ist zu beachten, dass die IKE-Version auf beiden Seiten identisch ist.
Verwendung einer Securepoint UTM
Auf der entfernten Appliance müssen die Einstellungen analog vorgenommen werden
Mit Hilfe des IPSec-Assistenten wird eine neue IPSec-VPN-Verbindung angelegt
Ein Netzwerkobjekt für das IPSec-Netzwerk wird erstellt
Paketfilterregeln werden erstellt.
Gegenstelle Schritt 2
Es muss die gleiche Authentifizierungsmethode gewählt werden
Es muss der gleiche Authentifizierungs-Schlüssel (PSK, Zertifikat, RSA-Schlüssel) vorliegen
Es muss die gleiche IKE-Version verwendet werden
Gegenstelle Schritt 3
Als Local Gateway ID muss nun die Remote Gateway ID aus Schritt 4 der ersten UTM verwendet werden
Unter Netzwerke freigeben muss ebenfalls das (dort Remote-) Netzwerk aus Schritt 4 der ersten UTM verwendet werden
Gegenstelle Schritt 4
Als Remote Gateway muss die öffentliche IP-Adresse (oder ein Hostname, der per DNS aufgelöst werden kann) der ersten UTM eingetragen werden. (Diese Adresse wurde im Assistenten der ersten UTM nicht benötigt)
Als Remote Gateway ID muss die Local Gateway ID aus Schritt 3 der ersten UTM verwendet werden
Unter Netzwerke freigeben muss ebenfalls das (dort lokale) Netzwerk aus Schritt 3 der ersten UTM verwendet werden
Netzwerkobjekt der Gegenstelle anlegen
Das Netzwerkobjekt der Gegenstelle stellt das Netzwerk der ersten UTM dar. Entsprechend muss unter Adresse' die Netzwerkadresse des lokalen Netzes der ersten UTM eingetragen werden. Im Beispiel 192.168.218.0/24
Hinweise
Transparente Regel hinzufügen UTMbenutzer@firewall.name.fqdn Anwendungen HTTP-Proxy
Transparente Regel
Der transparente HTTP-Proxy
Wenn aus dem Internen Netzwerk via HTTP auf einen Server hinter der Site-to-Site Verbindung zugegriffen werden soll, kann es sein das der transparente HTTP-Proxy die Pakete filtert. Dies kann zu Fehlern bei den Zugriffen auf das Ziel führen. Damit das nicht passiert, muss im Menü Anwendungen HTTP-Proxy Bereich Transparenter Modus Schaltfläche Transparente Regel hinzufügen eine Regel Exclude mit der Quelle internal-network zum Ziel name-vpn-netzwerk-objekt und dem Protokoll HTTP erstellt werden.