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Anbindung einer UTM an ein AD/LDAP


Letzte Anpassung zur Version: 11.8.8


Neu:

  • Automatische Einstellung der Verschlüsselung einer LDAP-Anbindung
  • Der Eintrag hat einen eigenen Platz in der Menü-Struktur erhalten und wurde im Layout angepasst.
  • Hinweis auf Appliance Account-Name im Cluster-Betrieb


Vorherige Versionen: 11.5 | 11.7 | 11.8



Einführung

Die AD/LDAP-Anbindung ermöglicht es, bestehende Verzeichnisdienste wie das Microsoft Active Directory® oder andere auf dem LDAProtocol basierende Systeme für die Authentifizierung, Verwaltung von Gruppen und Speichern von Attributen zu nutzen.

Zentral verwaltete Benutzer aus dem Verzeichnis können so einfach für die Authentifizierung oder Nutzung von Diensten auf der UTM verwendet werden.

Dies erleichtert die Administration komplexer Unternehmensnetzwerke und vereinheitlicht die Benutzer-Verwaltung.

Für die Anbindung an das Directory wird unter anderem das Light Directory Access Protocol (LDAP) verwendet.
Mittels LDAP können die Informationen über Benutzer, Gruppen und weitere Objekte aus dem Directory ausgelesen werden.

Das Protokoll selbst sieht dabei im Standard keine Verschlüsselung oder Authentifizierung der Nachrichten vor.

In ADV190023 (Microsoft Guidance for Enabling LDAP Channel Binding and LDAP Signing) wird auf diesen Umstand hingewiesen und eine Anpassung der Sicherheitseinstellungen bekannt gegeben.

Zukünftig ist eine Signierung und Verschlüsselung des LDAP-Verkehrs erforderlich (seal).

Diese Umstellung wird von der UTM automatisch vorgenommen.

Alternativ kann das die gesamte Verbindung mit SSL abgesichert werden.



Voraussetzung

Um ein AD / LDAP zur Authentisierung nutzen zu können, müssen dort Benutzer angelegt und in Gruppen organisiert sein.

Benutzergruppen im AD anlegen

Sicherheitsgruppe hinzufügen
Sicherheitsgruppe hinzugefügt

Die Berechtigungen zu den in der UTM enthaltenen Diensten können in Gruppen verwaltet werden. Die Benutzer, die diesen Gruppen zugeordnet werden sollen, müssen zunächst entsprechenden Benutzergruppen im AD zugeordnet werden.

In diesem Beispiel sollen die Benutzer für Clientless VPN über den Active Directory Service Authentifiziert werden.

Es muss also zunächst eine Gruppe vom Typ Sicherheitsgruppe auf dem AD hinzugefügt werden, die hier den Namen ClientlessVPN bekommt.


Benutzer im AD hinzufügen

Benutzer im AD hinzufügen
Benutzer ist Mitglied der Gruppe

Anschließend werden die Benutzer, die für Clientless VPN freigeschaltet werden sollen, zu dieser Gruppe hinzugefügt.



UTM in die Domäne einbinden

Es muss darauf geachtet werden, dass die Uhrzeit der UTM mit dem des AD einigermaßen synchron läuft, da ein Kerberos Ticket nur eine begrenzte Gültigkeitsdauer hat.

Im Menü → Authentifizierung →AD/LDAP Authentifizierung wird die Authentifizierung konfiguriert.

AD Verbindung herstellen

Besteht noch keine AD/LDAP-Authentifizierung öffnet sich automatisch der AD/LDAP Authentifizierungs Assistent

Andernfalls kann der Assistent mit der Schaltfläche Assistent gestartet werden.

Beschriftung: Wert: Beschreibung:
Schritt 1: Verzeichnistyp
Verzeichnistyp AD - Active Directory 
  • Es sollte auf alle Fälle der Verzeichnistyp »AD« gewählt werden, wenn es sich um eine Active Directory Umgebung handelt.

    Zwar läuft auch hier ein LDAP, die Gruppenzugehörigkeit wird aber in der AD Umgebung anders behandelt als bei einem reinen LDAP-Server.

  • UTM 11-8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung Assistent Schritt1.png
    Schritt 1
    Weiter
    Schritt 2: Einstellungen
    IP oder Hostname: » 192.168.145.1 (Beispiel-Adresse!) UTM 11-8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung Assistent Schritt2.png
    Schritt 2
    Domain ttt-point.local Domainname
    Arbeitsgruppe: ttt-point Der NETBIOS-Name des AD
    Sollte dieser von der Base Domain abweichen, muss hier der korrekte NETBIOS-Name eingetragen werden.
    Appliance Account: sp-utml Der Name, unter dem die UTM im AD in der Gruppe Computers eingetragen wird.
    Ein eindeutiger Name, der nicht doppelt vergeben werden darf!

    Bei Betrieb der UTM im Cluster muss der Name im Master und Spare unterschiedlich sein. Der Name wird nicht synchronisiert!

    Weiter
    Schritt 3: Nameserver

    Ist der AD-Server noch nicht als Name-Server eingetragen, wird das in diesem Schritt vorgenommen:
    Server hinzufügen

    IP-Adresse : 192.168.145.1 Beispieladresse!
    IP-Adresse eines AD-Servers der Domäne, ggf. zusätzlich der Port
    UTM 11-8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung Assistent Schritt3.png
    Schritt 3: Nameserver
    Speichern

    Der AD-Server wird damit als Relay-Zone im Nameserver der UTM hinzugefügt.

    Der Eintrag ist im Menü → Anwendungen →Nameserver im Reiter Zonen zu finden.

    Weiter
    Schritt 4: Beitreten
    Administratorname: Administrator Um der Domäne beizutreten ist ein Benutzer-Konto mit Domain-Administrator-Rechten erforderlich. UTM 11-8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung Assistent Schritt4.png
    Passwort: ••••••••
    Bei Betrieb der UTM im Cluster muss das Passwort auf der Spare-UTM unter → Authentifizierung →AD/LDAP AuthentifizierungReiter Beitreten separat eingegeben werden.

    Bis auf den Appliance Account: (siehe Schritt 2) werden alle anderen Angaben im Cluster synchronisiert.
    Abschluss mit Beitreten
    Fertig

    Ergebnis AD-Anbindung

    Ergebnis im Abschnitt ╭╴ Status╶╮ :

    Aktiviert: Ein Die AD/LDAP Authentifizierung ist aktiviert. UTM 11-8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung.png
    Verbindungsstatus: Zur Bestätigung wechselt die Anzeige von grau auf grün.
    Aktualisieren mit

    Erweiterte Einstellungen

    Erweitert
    SSL: Aus Die Verbindung zum Active Directory Server kann SSL-Verschlüsselt hergestellt werden. UTM v11.8.8 Authentifizierung AD-LDAP-Authentifizierung Erweitert1.png
    Erweiterte Einstellungen
    Hinweis zur LDAP-Verschlüsselung: Aufgrund eines Microsoft-Updates (ursprünglich geplant für März 2020) wird eine unverschlüsselte Anbindung an ein AD mit Default-Einstellungen zukünftig nicht mehr möglich sein.

    Neu ab 11.8.8 Die Einstellung wird von der Securepoint Appliance automatisch vorgenommen. Neu Die Option LDAP-Verschlüsselung entfällt ab Version 11.8.8

    • bestehende und neue Verbindungen werden separat verschlüsselt und signiert (seal)
    • bei Aktivierung von SSL wird keine zusätzliche Verschlüsselung angewendet.
    Root-Zertifikat: Zertifikat   Es kann ein Root-Zertifikat hinterlegt werden.
    LDAP-Filter: (|(sAMAccountType=268435456)(sAMAccountType=268435457)(sAMAccountType=805306368)) sAMAccountType=Schränkt die Authentisierung auf Mitglieder der folgenden Gruppen ein: Weitere Filter sind möglich
    • 268435456 (→ Gruppen, SAM_ALIAS_OBJECT 0x20000000)
    • 268435457 (→ Nicht Sicherheits-Gruppen, SAM_NON_SECURITY_ALIAS_OBJECT 0x20000001)
    • 805306368 (→ Benutzer Konten, SAM_USER_OBJECT 0x30000000)
    User-Attribute: sAMAccountName Es können Attribute definiert werden, unter denen die AD Verwaltung die Informationen zum Benutzer speichert und die dann von der UTM abgefragt werden können:
    Mail-Attribute: » proxyAddresses

    Die Attribute von OTP bis SSL-VPN, die hier eingetragen sind, existieren in der Regel nicht im AD.
    Um zum Beispiel den OTP-Geheimcode auf dem AD zu hinterlegen, kann ein ungenutztes Attribut des AD Schema verwendet werden, der diesen Geheimcode des Benutzers enthält.
    Eine entsprechende Anleitung befindet sich im Artikel Einbinden der OTP Funktion in das Active Directory.
    OTP-Attribute: sPOTPSecret
    L2TP-Attribute: sPL2TPAddress
    SSL-VPN-Attribute (IPv4): sPOVPNAddress
    SSL-VPN-Attribute (IPv6): sPOVPNIP6Address
    SSL-Bump-Attribute: sPSSLBumpMode
    Cert-Attribute: sPCertificate
    Page Size: 500   Link= In größeren Umgebungen kann es vorkommen, dass bei LDAP-Anfragen die serverseitig festgelegte, maximale Anzahl von Datensätzen (im AD sind es 1000) überschritten wird. Mit Page Size kann eingestellt werden das die LDAP-Abfrage stückweise ausgeführt wird. Eine Page Size von 500 bedeutet 500 Datensätze pro Abfrage. Die Page Size von 0 deaktiviert eine schrittweise LDAP-Abfrage.




    AD Benutzergruppen Berechtigungen erteilen

    Gruppen Berechtigungen

    Um den Benutzern aus dem Active Directory die Berechtigungen für den Zugriff auf das User-Interface der UTM und der Nutzung des Clientless VPN zu erteilen, wird im Menü → Authentifizierung →BenutzerReiter Gruppen Schaltfläche Gruppe hinzufügen eine Gruppe mit eben diesen Berechtigungen angelegt.

    Aktiv Berechtigung Hinweis
    Ein Userinterface
    Ein Clientless VPN Gewünschte Berechtigung


    Benutzergruppe aus AD auswählen
    Im Reiter Verzeichnis Dienst kann jetzt die entsprechende Gruppe aus dem Active Directory ausgewählt und zugeordnet werden.

    Weitere Informationen über Clientless VPN Berechtigungen befindet sich in dem Wiki zu Clientless VPN.


    Ergebnis

    Nach dem Speichern kann sich jeder Benutzer, der Mitglied in der AD Gruppe ClientlessVPN ist, mit seinen Windows Domänen Zugangsdaten für die Nutzung des Clientless VPN auf der UTM anmleden.



    Überprüfen der AD Anbindung mit CLI

    Über CLI (Command Line Interface) Kommandos lässt sich verschiedenes über die Active Directory Anbindung und Benutzer überprüfen. Hinweis: Erfolgt die Eingabe (Bildschirm und Tastatur) direkt an der UTM lautet der Eingabe-Prompt der Firewall z. B.: firewall.foo.local> bzw. entprechend der lokalen Konfiguration. Bei Aufruf über das User-Interface mit dem Menü → Extras →CLI lautet der Prompt CLI>Dahinter befindet sich das CLI Kommando.
    Bei den Zeilen darunter handelt es sich um die Ausgabe der UTM zu diesem Befehl.

    Beitreten und Verlassen der Domäne

    Um zu überprüfen ob die UTM schon der Domäne beigetreten ist:

    cli> system activedirectory testjoin
    Join is OK
    cli>
    

    Sollte das nicht der Fall sein, erfolgt die Ausgabe

    cli> system activedirectory testjoin
    Not joined
    cli>
    

    In diesem Fall kann der Domäne mit dem folgenden Kommando beigetreten werden

    cli> system activedirectory join password Beispiel-Admin-Passwort
    Password for Administrator@TTT-POINT.LOCAL: 
    Processing principals to add...
    Enter Administrator's password:
    Using short domain name -- TTT-POINT
    Joined 'SP-UTML' to dns domain 'ttt-point.local'
    cli>
    

    Das Kommando um die Domäne zu verlassen lautet

    cli> system activedirectory leave password Beispiel-Admin-Passwort
    Enter Administrator's password:
    Deleted account for 'SP-UTML' in realm 'TTT-POINT.LOCAL'
    cli>
    

    Beim Beitreten bzw. Verlassen des Active Directories ist die Angabe des Administratorpasswortes notwendig. Das Passwort wird nicht gespeichert, die AD-Zugehörigkeit ist trotzdem Reboot fest.

    AD Gruppen anzeigen

    Mit dem folgenden Kommando können die Gruppen im Active Directory aufgelistet werden:

    cli> system activedirectory lsgroups
    member
    ------
    Abgelehnte RODC-Kennwortreplikationsgruppe
    Administratoren
    Benutzer
    Builtin
    ClientlessVPN
    Discovery Management
    Domänen-Admins
    Domänen-Benutzer
    Domänen-Gäste
    Exchange Servers
    ...
    Users 
    Windows-Autorisierungszugriffsgruppe
    cli>
    

    Überprüfen der Benutzer und Gruppenzugehörigkeit

    Das folgende Kommando überprüft, ob ein AD-Benutzer einer UTM Gruppe zugeordnet ist:

    cli> user check name "m.meier" groups grp_ClientlessVPN
    matched
    cli>
    

    Sollte das nicht der Fall sein erfolgt die Ausgabe

    not a member
    cli>
    

    Befehl, um zu einem AD-Benutzer die Gruppenzugehörigkeit und Berechtigungen auszugegeben:

    cli> user get name m.meier
    name   |groups           |permission
    -------+-----------------+----------
    m.meier|grp_ClientlessVPN|WEB_USER,VPN_CLIENTLESS
    cli>
    

    Domain-Controller hinter Site-to-Site-VPN

    In manchen Szenarien befindet sich der Domain-Controller hinter einem Site-to-Site-VPN-Tunnel. Ist dies der Fall, muss eine entsprechende Zone und eine Regel konfiguriert werden.
    DNS-Relay bei IPSec-S2S
    DNS-Relay bei SSL-S2S
    Achtung: Für einen Beitritt in ein Active-Directory, das sich hinter einem VPN-Tunnel befindet, werden in der NAT-Regel Richtung Domain-Controller neben den DNS-Ports die LDAP-Ports benötigt.